Im Beet
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Ein ungebetener Gast

Buchsbaumzünsler

Ich hatte es selbst gar nicht gemerkt. Jeden Tag gehe ich an den drei Buchsbaumkugeln vorbei, die vor unserer Haustür stehen. Wohl war mir aufgefallen, dass die mittlere nicht ganz gesund aussah. Viele Blätter waren mit winzigen weißen Pünktchen gesprenkelt und einige zeigten einen braun-gelben Rand.
Ein Schnack vor der Haustür brachte dann Klarheit.
Versonnen strich meine Freundin über den Buchsbaum, bog plötzlich die Zweige auseinander und zuckte zurück. „Hast du schon gesehen?“
„Ja, ja, die stehen unterm Dachüberstand. Wahrscheinlich zu wenig Wasser während des Urlaubs.“
„NEIN. Da sind die Tiere drin!“
Und es waren die Tiere drin. Oder genauer gesagt der Buchbaumzünsler, dem ein extrem schlechter Ruf vorauseilt.
„Aber die sehen doch total süß aus.“ Die Tonlage meines Sohnes war eine Stufe höher als gewöhnlich.
Tun sie auch. In freier Natur hätten wir sie auf die Hand krabbeln lassen und ihre knallgrüne Farbe mit den schwarzen Streifen bewundert. Hätten uns amüsiert, wie sie sich aufrichten und mit ihrem schwarzen Köpfchen nervös zucken.
Jetzt aber hocken diese aus Asien importierten Raupen in meinen Buchsbäumen und haben die unteren Zweige bereits ratzekahl gefressen. Das verändert alles. Jetzt sind sie Feinde. Am darauffolgenden Samstag starte ich zum Angriff mit dem Kärcher. Leider passiert nichts, als ich den Drehschalter auf „on“ drehe. Ich hatte am Tag vorher die Terrasse gesäubert, und der Hochdruckreiniger war über Nacht draußen stehen geblieben. Dann hatte es geregnet. Da fällt mir wieder ein, dass ich meinem Sohn immer predige, wie wichtig es ist, dass man die Sachen wegräumt, wenn man mit der Arbeit fertig ist. Nun ja.
Ich bin ungehalten. Was mache ich jetzt?
Den großen Drucksprüher mit Handbetrieb rausholen, der sonst zum Tapeten einweichen benutzt wird. Und dann: Alle Raupen per Hand raussammeln, die Eier von den Blättern sprühen und so gut wie möglich ebenfalls aufsammeln. Es sind Hunderte.
Als ich fertig bin, ist der Samstagmorgen vorbei. Spaßeshalber drehe ich nochmal den Drehknopf vom Kärcher. Er funktioniert wieder.
Ich atme tief durch und bin mir ziemlich sicher, dass diese Geschichte noch eine Fortsetzung bekommt. Denn höchst wahrscheinlich habe ich nicht alle Raupen und Eier erwischt. Ich hoffe, dass das meine Laune nicht allzusehr beeinträchtigt – und ich weiter ruhig und besonnen auf Wasser und Handarbeite setze.

2 Kommentare

  1. Cäcilia sagt

    Liebe Sabine, falls all deine Bemühungen nicht ausreichend hätte ich noch einen Tipp:
    Besprühe deinen Buchs mit einer Mischung aus Neemöl, Lavendelöl Teebaum und Zedernholz und besprühe damit deine Pflanzen. Ich kann für nichts garantieren, doch ein Versuch ist es wert. Das mögen die kleinen Tierchen nicht. Zu dem pflegt es die angegriffene, geschädigte Pflanze.
    Ansonsten könntest du dem Buchs auch stark zurückschneiden und dann mit der Mischung besprühen. (So erreichst du flächendeckend) dmit etwas Glück treiben die Pflanzen dann wieder neu aus !Viel Erfolg!
    Mit kollegialen Grüßen, Gärtnerin Cäcilia

    • Sabine sagt

      Liebe Cilli,
      danke für den Tipp! Meine Kärcher-Aktion war insofern erfolgreich, dass die drei Buchskugeln noch schön aussehen und bei den warmen Temperaturen im Moment sogar austreiben. Aber ich weiß, dass ich nicht alle Eier erwischt habe, deshalb wird es im Frühjahr weitergehen …
      Ganz herzlich, Sabine

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