Im Beet
Ich freue mich über deine Kommentare, Hinweise und Erfahrungen!

Holunder-Schnitt fürs neue Jahr

Holunder-Schnitt: alter verholzter Ast

Das neue Jahr beginnt in meinem Garten mit einer deutlichen Veränderung vor der Haustür. Hier wächst ein Holunderbäumchen, das von den Vorbesitzern kaum gepflegt wurde. Ich habe es bislang auch in Ruhe gelassen, weil es so viel anderes zu tun gab. Das Bäumchen war zuletzt geschätzt rund sechs Meter hoch. Wenn ich aus der Haustür kam, habe ich auf den nackten Stamm geguckt und dahinter gleich auf Nachbars Nadelgehölze. Das Bäumchen steht nämlich fast genau auf der Grundstücksgrenze. An diesen Anblick hatte ich mich schon gewöhnt, auch daran, dass der Baum nur noch schwach getragen hat, und die wenigen Blüten und Beeren so hoch saßen, dass das Ernten schwierig war. Deshalb habe ich darauf verzichtet.

Vorletzten Sommer hat der Holunder dann allerdings eine solche Höhe erreicht, dass die überreifen Beeren in einem immer größeren Kreis zu Boden gefallen und auch auf das schöne Grauwacke-Podest vor der Haustür geplumpst sind. Diese farbintensiven Beeren unter den Schuhsohlen oder wahlweise auch unter den nackten Füßen – das macht keinen Spaß. Entweder musste ich jeden Tag mehrfach kehren oder auf Zehenspitzen um die Beeren herumbalancieren. So konnte ich vermeiden, dass die dunkellila Farbe aufs Parkett im Haus gestempelt wurde, aber nicht, dass der schöne Grauwacke-Naturstein mit hässlichen Flecken übersät war. Gegen die hilft kein Schrubben – sondern nur die Zeit. Ganz langsam verblassen die Flecken, aber gerade dann ist es schon wieder Spätsommer.

Radikal gekürzt im frühlingshaften Dezember

Also keine Frage, das Bäumchen muss kräftig gestutzt werden. Sollte ja auch kein Problem sein, es handelt sich nämlich um die einfache Wildform des Schwarzen Holunders. Allein ich tue mich mit dem Schneiden immer ein wenig schwer, das ist ähnlich wie beim Frisör. Da bin ich auch nicht der Typ, der sich ohne mit der Wimper zu zucken, mal eben eine Kurzhaarfrisur schneiden lässt. Also habe ich für den Holunder den Fachmann gerufen. Nicht nur wegen meiner Schneidschwäche, sondern auch wegen des Geräts. Statt einer Astsäge ist er dem Bäumchen mit der Motorsäge zu Leibe gerückt – alles bei den warmen Temperaturen kein Problem. Der Dezember 2015 war ja nun der wärmste seit 130 Jahren.

Holunder - vor dem Schnitt und danach

Holunder wächst am zweijährigen Holz

Der Hauptstamm und die Äste sind jetzt in unterschiedlichen Höhen gekappt, sodass sich im Frühjahr eine natürliche Form ergibt, wenn der Holunder aus den verholzten Ästen wieder austreibt – was er erwartungsgemäß tun sollte. Auf Blüten und Früchte muss ich dann natürlich erst mal verzichten, weil der Holunder nur am zweijährigen Holz trägt. Das heißt er wird in diesem Jahr nur lange unverzweigte Ruten bilden und erst im nächsten Jahr kleine Verzweigungen, an denen dann auch die Blüten sitzen. Das ist aber nicht schlimm, denn erst mal geht es mir darum, dass ich vor der Haustüre keinen „Beeren-Tanz“ mehr aufführen muss und der Holunder in Sichthöhe wieder einen schönen Anblick bietet. Wenn er in den folgenden Jahren auch mehr tragen sollte und das Ernten leichter wird, umso besser! Ich werde berichten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.