Deko
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Mein Buddha im Garten

Deko-Buddha-Figur im Garten

Bei mir steht ein Buddha im Garten. Es ist ursprünglich ein kleiner Brunnen, der aber schon lange nicht mehr sprudelt. Ziemlich schnell nach dem Kauf hat die kleine Pumpe aufgehört zu arbeiten. Macht aber nichts. Ich mag ihn auch so. Der Buddha sitzt im Lotussitz, also die Beine verschränkt und die Füße jeweils auf dem anderen Oberschenkel abgelegt – die Yogis kennen die Haltung. Seine Hände liegen im Schoß übereinander und tragen eine Lotusblüte. So sehr ich meinen Buddha mag, so sehr irritiert es mich jedes Mal, wenn mich in Gartenmärkten Buddhaköpfe reihenweise anblicken. Gern auch im Sonderangebot. Zu ihren Füßen: Buddhastatuen, sitzend, stehend, in verschiedenen Handhaltungen. Alles Deko-Figuren für den Garten, in unterschiedlichen Qualitäten, meistens aus einem Stein- oder Kunstharz-Guss. Dann frage ich mich jedes Mal: Wie wird das Abbild eines religiösen Führers zu einem Deko-Gartenhit, von dem Tausende verkauft werden?

Da will ich die Frage erst einmal für mich beantworten. Warum habe ich den Buddha im Garten stehen? Ich kenne nur die rudimentären Grundzüge des Buddhismus, ich bin ihm in Form der Vipassana-Meditation begegnet, und in Bodhgaya, der Pilgerstadt in Nordindien, wo Siddhartha Gautama unter einem Bodhi-Baum (übrigens eine Feigenart) seine Erleuchtung erfahren haben soll. Für mich ist der kleine Buddhabrunnen eine Erinnerung an diese Reise und an die Werte der Meditation, nämlich das Sein ohne zu tun und das geduldige Betrachten der Dinge, ohne einzugreifen und zu bewerten. Wenn mir also manchmal die Freude am Gärtnern vergeht, weil es dringend irgendetwas zu tun gibt, mir aber eigentlich die Zeit fehlt, oder manche Dinge einfach nicht funktionieren wollen, dann kann die kleine Buddha-Statue mich dazu bringen, einzuhalten und schneller aus der Alles-doof- oder Alles-Stress-Phase rauszukommen. Das funktioniert nicht immer, aber manchmal.

Ob das anderen Gärtnern auch so geht, die einen Buddha in ihrem Garten beherbergen? Grundsätzlich ist der Buddhismus hier im Westen ja gerade sehr populär und an anderer Stelle beschäftigen sich viele Wissenschaftler und Philosophen mit der Frage, warum. Auf jeden Fall scheint diese Popularität dazu zu führen, dass Asiens Fabriken mit der Buddhastatuen-Produktion gute Umsätze machen. Nun ja. Es interessiert es mich sehr, ob ihr, liebe Blog-Leser, einen Buddha im Garten habt, und wenn ja, warum?

4 Kommentare

  1. katrin sagt

    liebe Sabine, hättest Du nicht so glaubhaft geschrieben, dass es Dich interessiert ob WIR – die undefinierte Menge Personen die, über welche Wege auch immer Kontakt zu Deinem Blog haben, auch einen Budda im Garten haben, hätte ich nicht in die Tasten gegriffen und losgetippt und kurz meine Arbeit ruhen lassen…. JA! ..wir haben auch einen Bubbah im unserem wilden Garten. Es ist nur ein Köpf aus Ziegelton, und ja, auch ich mag es wenn ich ihm begegne bei meinem Streifzug durch den Garten. Er steht, wie ich finde, an seinem perfekten Platz. Am Zaun, eingewachsen, aber sichtbar für die die ihn finden wollen…und ja, ich finde Garten und Buddah sind irgendwie eins… loslassen, den Geist frei geben, das Leben, den Moment genießen, nehmen wie er ist und bereit sein weiter zu atmen, zu gehen, zu fühlen…. daher passen diese beiden „Ideale“ gut zusammen und unterstützen uns beim streben nach diesem Gleichmut der in einer Welt mit großer Geschwindigkeit und großen Radien einem oft den Atem raubt….da holt die Hummel uns locker flockig ganz angenhem schmunzelig auf den Boben, dass wir doch auch zu diesem einfachen archaischen Kreislauf gehören, der das höchste Glück und die unendliche Komplexität in sich trägt….ganz einfach! brummm…. und ja, die Massenindustrie ein wildes, gewitztes, hungriges Tier springt (natürlich) auf auf diesen Trip nach dem wir scheinbar- alle streben,den wir -offensichtlich – alle suchen: die Gelassenheit, die Befreiung von Ärger, Angst, Lasten….
    bleibt jedem überlassen wodurch er die „Befreiung“ – oder den Buddah, als hübsch empfundenen Stellvertreter, findet… wieviel er dafür gibt, wieviel Geduld und Fürsorge wir der Sache widmen- können….
    Ich freu mich über Deinen Blog und die Hummeln die bald wieder durch die Wiese taumeln!
    Katrin

    • Sabine sagt

      Liebe Katrin, schön wie dein Garten! Und ich werde mein Auge beim nächsten Besuch schweifen lassen, ob mich euer Buddha anlächelt … Herzlich, Sabine

  2. Lotti sagt

    ja, da habe ich mir doch heute einen Buddhakopf gekauft. Leider nur einen Kopf , denn zum ganzen Model fehlte mir das Kleingeld.Aber das wird noch mal so sein.Mir wurde erzählt , dass von diesem Buddha die Ruhe ausgeht , die uns so leider oft verloren gegangen ist, in diesem hektischen Alltag.Ich werde nun bald 75 Jhre alt und habe so dass Gefühl, das ich eine „Begleitperson“ brauche, der ich mich anvertrauern kann, ohne böse Antworten zu bekommen oder ihr lästig zu werden. Alle haben ja keine Zeit, bis es zu spät ist. Jetzt werde ich ersteinmal meinen Buddhakopf anhimmeln und bei ihm meine Sorgen ausstauschen. Danke für deinen Blog

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