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Eine Holzmiete stapeln

Holzmiete stapeln

Kürzlich hat unser Holzhändler das bestellte Brennholz geliefert. Und ich habe mir mal wieder die Frage gestellt: Wie und wo stapeln wir das? Bislang hatte ich dafür noch keine optimale Lösung gefunden. Schon immer haben mir die Holzmieten gefallen, wenn wir auf dem Weg in den Urlaub durchs Allgäu gefahren sind. Sie stehen bei Wind und Wetter stabil in den Wiesen, symmetrisch rund und verlässlich. Ich dachte aber, dass es ziemlich kompliziert ist, eine solche Brennholzmiete zu stapeln. Doch was soll ich sagen: Eine Holzmiete zu stapeln ist ganz leicht, und es hat mir riesig Spaß gemacht, sie wachsen zu sehen. Noch nie war das Holz so schnell am richtigen Platz. Und noch nie hatten wir unser Holz so dekorativ gestapelt.

Und so stapelst du eine Holzmiete:

Wir haben die Holzmiete unter unserem Balkon gestapelt (ca. 1,70 Meter hoch). Hier ist es immer komplett trocken, sodass wir auf dem Boden nichts untergelegt haben. Wer allerdings im Freien stapeln will, sollte eine Plastikplane oder Teichfolie zum Schutz gegen Feuchtigkeit unterlegen. In die Folie Löcher stechen, damit das Wasser ablaufen kann.

Dann werden die Scheite zu einem ersten Ring gelegt.

Zeichnung des ersten Rings einer Holzmiete

Prinzipiell gilt, dass die Scheite eine leichte (!) Neigung nach innen haben sollen, damit alles stabil wird, weil später die Schüttung im Inneren einen gewissen Gegendruck bietet. Es ist auch in Ordnung, wenn die Scheite waagerecht liegen, sie sollten nur auf keinen Fall eine Neigung nach außen haben, dann könnten sie mit dem Druck der Schüttung nach außen wegrutschen. Bei der ersten Lage muss man dafür den Boden gegebenenfalls etwas ausgleichen. Als Hilfsmittel kann man dünne Scheite quer unterlegen (siehe Zeichnung).

Zeichnung zum Stapeln einer Holzmiete

Wenn man geschickt stapelt, bekommt man von selbst einen stabilen Aufbau. Man kann aber auch zwischendurch noch mal dünne Scheite quer unterlegen. Im Foto ganz oben erkennst du ganz gut solche quergelegten Hölzer.

In den ersten Ring wird dann nach dem gleichen Prinzip ein zweiter gelegt. Beide Ringe werden gleichzeitig in die Höhe gestapelt.

Zeichnung der beiden Ringe einer Holzmiete

Wenn man eine Weile gestapelt hat, kann man in den entstehenden Innenraum eine erste Ladung Holzscheite schütten. Sie werden von den beiden Ringen stabil gehalten.

Zeichnung einer Holzmiete

Bei uns war die Holzmiete damit auch schon fertig. Weil sie unter dem Balkon steht, haben wir kein Dach darauf gestapelt. Es hätte auch von der Höhe her nicht gepasst. Wer das Holz im Freien lagert, sollte der Miete aber unbedingt noch ein Dach geben, damit das Wasser besser abläuft. Dafür die Holzscheite in der Mitte zu einem kleinen (nicht zu steilen!) Berg aufschütten. Dann am äußeren Rand Scheite auflegen, dass sie ungefähr eine Handbreit nach außen überstehen, sozusagen der Dachüberstand. Alle weiteren Scheite schließlich ähnlich wie Dachziegel auflegen.

In diesen Holzmieten kann man das Holz wunderbar trocknen lassen, aber auch bereits trocken geliefertes Kaminholz lässt sich dekorativ lagern. Dann vielleicht noch etwas zusätzliche Dekoration, wie bei uns der Hagebuttenkranz – und jeder mag gern hinschauen!

3 Kommentare

  1. Das sieht echt toll aus und klingt wirklich gar nicht so schwer. Das mit dem Dach kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen. Bleibt dann nicht das obere Holz zu nass, wenn es immer dem Regen ausgesetzt ist? Ist da nicht eine (wenn auch unschöne) Plastikplane als Dach besser?
    Viele Grüße, Sandra

    • Sabine sagt

      Liebe Sandra,
      was Plastikplanen betrifft, habe ich ganz schlechte Erfahrungen gemacht, wegen der Staunässe die darunter entstehen kann. Das ist meines Erachtens schlimmer, als wenn das Dach den Regen abkriegt, aber das Holz auch immer wieder komplett trocknen kann. Außerdem sorgt die Form des Daches dafür, dass das Wasser gut abläuft und möglichst wenig nach innen dringt. Auch wenn eine Plane untergelegt wird, sollte die unbedingt Löcher haben, damit unten keine Staunässe entsteht.
      Wir hatten vor längerer Zeit einmal Holz in Reihen entlang der Hauswand gestapelt und mit einer Plane abgedeckt, weil es die Wetterseite war (es gab leider keinen anderen Platz) und es war immer feucht unter der Plane.
      Wir haben ja jetzt quasi den Balkon als Dach über der Miete, insofern kann ich beim gestapelten Dach nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber ich denke, dass man sich bei dieser traditionellen Form auch auf eine jahrzehnte- oder vielleicht jahrhundertelange Erfahrung verlassen kann.
      Wenn du es ausprobierst, wäre ich gespannt, was du zu berichten hast.
      Herzliche Grüße, Sabine

      • Liebe Sabine,
        ganz lieben Dank für deinen Erfahrungsbericht. Du hast vollkommen recht, diese Art des Holzstapelns kann ja auf eine lange Tradition zurückblicken und sollte daher erprobt sein. Wir werden in Kürze einen eigenen Kamin haben und dann werde ich das Holzstapeln nach deiner Anleitung ausprobieren – wahrscheinlich mit Dach (aber ohne Folie). Ich berichte dann gerne darüber!
        Viele Grüße, Sandra

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