Im Beet, Tomaten
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Tomaten selber ziehen: Welchen Samen?

Tomatenblüte und -frucht, Cocktailtomate Picolino

In diesem Jahr ziehe ich die Tomaten selbst. Und weil ich in der letzten Saison so begeistert von meiner Tomatenernte war, soll es wieder die Picolino Cocktailtomate sein. Statt Pflanzen zu kaufen, bestelle ich den Tomatensamen. Ein Tütchen mit 6 Korn für 5,39 Euro. Ein stolzer Preis, nicht zuletzt weil es sich um eine F1-Hybride handelt. An diesem Punkt wird meine Begeisterung dann etwas gebremst, weil ich eigentlich aus diesen Pflanzen Samen für das kommende Jahr gewinnen wollte. Das ist mit den F1-Hybriden so eine Sache.

Was bedeutet F1-Hybride?

Für eine Hybridpflanze werden zwei unterschiedliche Arten oder Sorten gekreuzt. Sinn der Sache ist es, bestimmte Eigenschaften wie einen besonders aromatischen Geschmack, eine hohe Widerstandsfähigkeit oder bestimmte Formen und Farben zu züchten. Was meine Cocktailtomate betrifft, ist das auch gut gelungen. Sie schmeckte lecker, kam ohne jeglichen Krankheiten durchs Jahr und brachte eine hervorragende Ernte.

Die Kehrseite der Medaille: F1-Hybriden lassen sich nicht weiter vermehren. Versucht man es doch, tut sich nach der Aussaat häufig gar nichts oder es wachsen Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Die F1-Hybriden sind nämlich mischerbig, das heißt sie haben verschiedene Erbanlagen (welche von Mama und welche von Papa) und in der kommenden Generation gibt es dann eine genetische Aufspaltung mit einem Zufallsergebnis. Auch unerwünschte Eigenschaften, die vorher unterdrückt waren, können wieder hochkommen.

Jetzt könnte man ja meinen, dass es beim genetischen Roulette auch mal einen Toptreffer gibt, also noch mal eine Superpflanze, aber dem ist nicht so. Die besondere Leistung oder Vitalität tritt nur in der F1-Generation auf. Das ist der so genannte Heterosis-Effekt. Heißt im Klartext: Der Samen aus einer F1-Hybride ist kaum nutzbar. Jetzt könnte ich als Hobbygärtnerin natürlich jedes Jahr 5,39 Euro investieren, aber in der Erwerbs-Landwirtschaft ist das schon ein ganz anderer Schnack. Und diskussionswürdig wird es, wenn es um die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern geht.

Was bedeutet das jetzt für mich? In diesem Jahr gibt es auf jeden Fall die Picolino, weil ich die Samen ja schon gekauft habe, und im nächsten Jahr werde ich mich mal nach einer samenfesten Sorte umsehen, also einer sortenreinen, nachbaufähigen Pflanze. Wenn sich damit ebenfalls gute Ergebnisse erzielen lassen, ist meine Begeisterung wieder ungebremst.

Doch jetzt zuerst einmal aussäen.

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