Im Beet
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Samenkugeln: Sät bunt ins Grau!

Seedballs mit Blüten

Nach meinem Urlaub starte ich die Arbeit mit einem angenehmen und spannenden Termin: Die Gartenblogger treffen sich im Münsterland auf Einladung des Saatgut- und Jungpflanzen-Spezialisten Volmary. Viele Kollegen lerne ich erstmals persönlich kennen und erlebe einen inspirierenden Tag. Dafür ganz herzlichen Dank nach Münster!

Eine der Inspirationen sollte sich ganz schnell weiter verbreiten: Es geht um Samenkugeln oder Seedbombs. Das sind kleine Kugeln aus Erde, in die Samen eingerollt werden. Lässt man sie trocknen, hält man einen kleinen festen Ball in Händen – und kann ihn werfen. Über Hindernisse hinweg auf Flächen, die sonst nicht zu erreichen wären. Wo immer die Gegend trist und grau ist, kann ein Seedball dazu beitragen, dass es bunter wird.

Werden die Seedballs vom Regen durchfeuchtet, fangen sie an zu keimen und einige Wochen später sprießt bereits das erste Grün. Im Unterschied zu lose ausgestreutem Samen werden die einzelnen Körner nicht vom Wind weggetragen oder von den Vögeln verspeist. Deshalb machen sich die Seedballs natürlich auch im eigenen Beet gut. Und wenn es keine Blüten sein sollen, dann dürfen es auch Kräutersamen sein. Ganz besonders eignen sich die Samenkugeln zum Verschenken und am schönsten finde ich, wenn es eine Überraschungskugel bleibt – der Beschenkte also nicht genau weiß, was denn da wohl wächst.

Seedballs selber machen beim Gartenbloggertreffen von Volmary

Das Gartenfräulein Sylvia zeigt, wie’s geht (unten rechts) und Monique von Emsa und ich rollen fleißig mit. Zum Transport gibt es Eierkartons. Fotos: Volmary

So werden die Samenkugeln gemacht:

Du brauchst:

3 Hände Blumenerde
2 Hände Gartenerde
Wasser
1 kleine Handvoll Samen (Wenn damit graue Städte bunt werden sollen, dann am besten Wildblumen.)
Plastikschüssel zum Mischen
Kuchengitter zum Ablegen

Unter die Blumenerde wird Gartenerde gemischt, damit die Konsistenz später etwas klebriger wird und die Kugeln gut formbar sind und zusammenhalten. Man kann der Blumenerde auch Tonpulver zugeben, das lässt die Kugeln noch härter werden.

Dann die Samen untermischen und schließlich das Wasser dazugeben. Dabei sind erfahrene Bäcker(innen) im Vorteil, denn wenn der Teig schön geschmeidig ist, stimmt die Mischung. Aus dem Erd-Samen-Gemisch werden anschließend ca. walnussgroße Kugeln gerollt – das Ganze erinnert dann an kleine Frikadellen.

Ablegen kann man die Seedballs auf einem Kuchengitter und im Sommer in der Sonne trocknen. Im Winter empfiehlt sich ein Platz auf der Heizung oder im Backofen. 40 Grad sind ein guter Richtwert. Die äußere Schicht sollte relativ schnell trocknen, sonst fängt die Samenkugel an zu keimen. Die Hitze darf aber nicht zu groß sein, denn dann leiden den Samen.

Wer keine Lust aufs Selberrollen hat oder ganz viele Seedbombs braucht, beispielsweise als Gastgeschenk zur Hochzeit, der sollte bei Miss Greenball vorbeischauen – übrigens auch eine Gartenblog-Kollegin. Sie rollt verschiedenste Seedballs in ihrer Werkstatt und schickt sie postwendend zu – von der Blumenmischung „Schmetterlingstanz“ über „Vogelhochzeit“ bis hin zu essbaren Blüten.

Viel Spaß beim Rollen und Werfen!

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