Aktuell
Kommentare 2

Monbretien: Exotische Fülle in orange

Crocosmia Emily Mckenzie

Seit vergangenen Sommer habe ich sie im Beet: Monbretien oder genauer gesagt Garten-Monbretien (Crocosmia x crocosmiiflora). Eine Hybride, deren Urformen aus Südamerika kommen, und ich finde, das merkt man. Die orangefarbenen Blüten strahlen Lebenslust und Wärme aus und wenn die Monbretien einen guten Standort haben, sollen sie ja auch üppig wuchern. Was sie bei mir noch nicht tun. Leider.

Monbretien im Winter

Im Frühjahr habe ich einige Mal das Beet abgesucht, weil sich an den Stellen, wo ich die Monbretien gepflanzt hatte, einfach nichts tat und ich schon dachte, dass sie den Winter nicht überstanden haben, denn es gab dieses Jahr ja einige späte Fröste mit richtig heftigen Minusgraden – zumindest für unsere geschützte Lage hier im Rheinland. Aber die Monbretien haben die Kälte gut überstanden, ihre Blätter schieben sich nur generell spät aus der Erde.

Ein anderes Problem, das Monbretien zum Verhängnis werden kann, ist das Verfaulen der Knollen. Manche Gärtner graben die Knollen wegen der Fäulnisgefahr und der vielleicht nicht gegebenen Winterhärte im Herbst aus und lagern sie im Keller. Das ist für mich als Lazy-Gärtnerin keine Option. Die Pflanzen müssen meiner Meinung nach so gut an den Standort angepasst sein, dass nicht so viel Pflegeaufwand entsteht, denn: Ich will ja auch noch in der Hängematte unterm Kirschbaum liegen. Bei Monbretien bedeutet das auch, dass der Boden nicht so lehmig sein sollte, dass sich Staunässe bildet.

Wo sind sie denn?
Crocosmia brechen spät aus der Erde

Anfang Mai sind die ersten Blätter der Monbretien durch die Erde gebrochen. Ich habe häufiger gelesen, dass Croscosmien mit Gladiolen verglichen werden. Ich finde, das gilt in erste Linie für die Blätter, die lang und schmal sind. Beide Pflanzen strahlen auch eine hochgewachsene Eleganz aus, die ich sehr mag, aber die überhängenden Blüten-Rispen der Crocosmia sind den Gladiolen-Blüten wenig ähnlich. Man merkt bei den Monbretien eher die Zugehörigkeit zu den Schwertliliengewächsen.

Monbretienknopsen "Star of the East"

Knospende „Star of the East“ Mitte Juli

Star of the East meets Emily McKenzie

Ich habe verschiedene Sorten der Garten-Monbretien gepflanzt und mein absoluter Liebling ist „Star oft the East“. Deren Blüten-Ähren schieben sich weit aus den Blättern raus und bilden elegante Bogen. Sie wird rund einen Meter hoch und hat wunderbare orangefarbene Blüten. Ich bin ja ein Orange-Fan. Es gibt auch Gärtner, die von der sehr bekannten Sorte „Luzifer“ schwärmen, die besonders winterhart sein soll. Deren Blüten sind rot. Nichts für mich, aber für Rot-Liebhaber auf jeden Fall eine Alternative.

Mein Liebling Nummer zwei ist „Emily McKenzie“. Diese Monbretien-Sorte wird im Unterschied zur „Star oft the East“ nicht so hoch, ca. 60 Zentimeter und ihre Blüten schweben dichter über dem Grün. Deshalb ist sie nur meine Nummer zwei, weil der Wuchs von „Star oft he East“ einfach schöner ist. Emily McKenzie punktet allerdings mit orangefarbenen Blüten :-), die innen einen dunkleren Ring in dunkelorange-braun-rot haben.
Dann habe ich noch eine „Okavango“ gepflanzt, die mit der Blüte später kommt, nämlich erst Anfang August, während die anderen schon im Juli blühen. „Okanvango“ ist ebenfalls schön orange.

Monbretien im Beet (Crocosmia) mit Sonnenhut

Monbretie „Emily McKenzie“ links im Hintergrund, vorne „Star of the East“

Halbschattig geht, sehr trocken geht nicht

Am besten wiedergekommen sind „Star oft he East“ und „Emily McKenzie“, die ich in geschützter, halbschattiger Lage mit feuchterem Boden gepflanzt habe. Bei den anderen sind teilwiese nur zwei oder vier Blätter in diesem Jahr wieder erschienen, wobei ich glaube, dass es an dem sehr trockenen Standort liegt. Meiner Erfahrung nach vertragen also Monbretien auch einen halbschattigen, aber keinen allzu trockenen Standort. Bei mir stehen die Monbretien an dem trockenen Standort in Gesellschaft mit Wolfsmilch. Das ist Zufall, ich habe es aber öfter als Empfehlung gelesen und kann es nicht bestätigen, zumindest dann nicht, wenn der Standort sehr trocken ist. Damit kommt nämlich Wolfsmilch wunderbar parat, aber die Monbretien nicht.

Monbretie Crocosmia x crocosmiiflora 'Star of the east'

Eine Freundin berichtete mir aus Irland, dass sie dort wuchernden Monbretien begegnet ist, vielfach auch am Wegrand, ohne dass die pflegende Hand eines Gärtners irgendetwas dazu getan hätte. Das bestätigt mich im Hinblick auf den nicht zu trockenen Standort. Staunässe vertragen die Knollen aber natürlich auch nicht gut.

Ich habe vergangenes Jahr Topfware ausgepflanzt, aber kostengünstiger ist es, die entsprechenden Knollen im Frühjahr zu pflanzen. Die Samen der Gartenmonbretie (Crocosmia x crocosmiiflora) sind meines Wissens nach steril. Sie vermehrt sich, indem sie Tochterknollen bildet.

2 Kommentare

  1. Uschi Grieshaber sagt

    Hallo Sabine,
    an deinen Beitrag über Mombretien mach ich mir ein inneres Lesezeichen – so praktisch, kompakt und begeisternd habe ich diese schönen Sommerblüher noch nie beschrieben gesehen. Ich liebe Mombretien, seit ich sie in den siebziger (!) Jahren im Sommer in Schottland gesehen habe: reichblühend, meist an geschützten Plätzen in Burgruinen, aber auch dort windzerzaust und deshalb irgenwie immer ein bisschen wild ausehend.
    Ich habe in meinem Garten hier vor zehn Jahren zwei Sorten gepflanzt – keine Ahnung, welche, und sie sind leider einem stärkeren Gras mehr oder weniger zum Opfer gefallen. Die Blätter kommen noch, die Blüten nicht mehr. Dein Beitrag wird mich dazu bringen, ihnen im Herbst einen neuen Standort zu geben. Bilder folgen dann 2019.

    • Sabine sagt

      Liebe Uschi,
      ich freu mich, dass dir der Beitrag gefällt! Und bin schon auf deine Bilder gespannt. Ich habe hier ja auch einige Monbretien, bei denen ich mir nicht sicher bin, welche Sort es ist – aber schön orange sind sie 🙂
      Herzliche Grüße, Sabine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.